Die Methode zur Verbesserung der Performance

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Vor kurzem erklärte mir ein ernüchterter IT-Leiter, dass er gerne seinem Chef die Fortschritte seines Team erklären würde, das seit zweieinhalb Jahren an der Arbeit sei. Aber er wisse nicht, wie er das angehen solle.

  • Ich: Was ist deine Idee, was möchtest du erreichen?
  • Projektleiter: Ich möchte meinem Chef (zwei Ebenen über dem Team) zeigen, dass das Team erhebliche Fortschritte gemacht hat. Und dass es in keiner Weise mehr vergleichbar ist mit dem, was zuvor war, seitdem ich die Verantwortung übernommen habe.

  • Woher weiß das Team, dass es Fortschritte gemacht hat?
  • Es gibt weniger Konflikte. Es gibt mehr Zusammenarbeit und Zusammenwirken. Sie haben das Lachen wiedergefunden, sie gehen Schwierigkeiten gemeinsam an und wollen das Team nicht mehr verlassen.
  • Was du sagst ist wichtig, aber ist das auch messbar?
  • Nein, ich kann es auch nicht messen.
  • Nutzt das Team Indikatoren um seine Leistungen zu messen?
  • Nein …
  • Bevor du die Zahlen deinem Chef zeigst, wer muss sonst den Fortschritt des Teams kennen?
  • Hm, ich vielleicht?
  • Ja, aber außerdem?
  • Das Team?
  • Ja, und warum?
  • Weil das Team die Erfolge erzielt hat?
  • Ja! Es ist das Ergebnis deines Coaching seit zweieinhalb Jahren! Aber es ist auch, und vor allem, die Frucht der Arbeit des Teams, der Anstrengungen jedes einzelnen Mitglieds. Normalerweise definiert bei Lean das Team seine Leistungs-Indikatoren. Es ist nicht der Manager, der Indikatoren setzt, um sein Reporting zu erleichtern. Das wäre Taylorismus. Aber um deine Frage simpel zu beantworten, was wäre eine einfache Methode, um deinem Team zu helfen, seine Performance in dieser Zeit zu visualisieren?
  • Einen Performance-Indikator berechnen  und ihn dem Team vorstellen?
  • Ja, und mit welchen leicht zugänglichen Fakten kannst du das machen?
  • Die Stunden per Projekt?
  • Ja, das wäre eine Möglichkeit. In Agile und in Lean interessiert man sich aber vor allem wofür?
  • Für den Wert, den man dem Kunden liefert?
  • Ja, also?
  • Die Stunden pro Projekt bedeuten nichts für den Wert für den Kunden. Ich müsste die Tage betrachten, die ich jährlich verkaufe, und man würde sehen, dass das Team mehr produziert. Und damit könnte ich auch die durchschnittliche Produktivität des Teams errechnen.
  • Ja! Wirst du das probieren?
  • Ja, werde ich, und sende dir dann das Diagramm. Danke!
  • Super. Zeichne es erst mit der Hand!
  • Hm … warum?
  • Dein Gehirn wird die Berechnungen machen, und deine Hände werden die Grafik zeichnen, anstatt Excel. Du wirst dich besser an die Daten und die Methode erinnern.

Knapp 15 Minuten später bekomme ich eine Grafik, die so aussieht

cof

  • Super! Was erfährt das Team mit dieser Grafik?
  • Seinen Fortschritt.
  • Ja, und wie erkennt es ihn?
  • Tja, an dem Abstand zwischen 2014 und 2016, oder?
  • OK, aber dazu muss es eine intellektuelle Anstrengung unternehmen. Wie kann man es anders machen?
  • Durch eine Tendenzlinie?
  • Vergiss Excel, denke einfacher, binär!
  • Rot und grün?
  • Ja! Und selbst wenn du heute noch keine Zielmarke hast, kannst du für diese Grafik überlegen, dass alles grün ist, was über Null ist.
  • Ok, mache ich.
  • Vorsicht! Für diese Grafik hast du einen sehr langen Zeitraum genommen  (ein Jahr). Stell dir einmal vor, das Team würde die Grafik wöchentlich aktualisieren. Wodurch würde sie an die Gründe für grün und rot erinnert werden?
  • Indem wir Erläuterungen unter die Grafik setzen?
  • Einfacher!
  • Eine Erläuterung auf jede Linie der Grafik?
  • Ja.

Neue Version:

cof

  • Sehr gut. Was stellst du jetzt damit an?
  • Ich werde sie meinem Chef zeigen.
  • Erinnerst du dich an den Beginn unserer Unterhaltung?
  • Ach ja! Das Team. Aber wenn mein Chef die Grafik in dem Büro meines Teams sieht, und er nicht auf dem Laufenden ist …
  • Du veröffentlichst keine Unternehmenszahlen, oder? Wir sprechen über dein Team!
  • Ok.
  • Für 2017 kannst du diesen Indikator weiter verfolgen. Was wäre dein Ziel, um deinem Team zu helfen, seine Leistungen zu sehen?
  • Dass das Team den Indikator selbst erstellt?
  • Das ist eine Idee. Gäbe es nicht andere Elemente, um anders zu  berechnen? Besonders, da das Team mehr und mehr zu Agile übergeht?
  • Die Zahl der realisierten Stories?
  • Die Zahl der ausgelieferten Stories! Das ist das Wichtige, was dem Kunden geliefert wird. Realisierte Stories können nicht geliefert werden.
  • Dieser Indikator erzeugt in der Tat einen „Wow-Effekt“ auf das Team. Es konnte seine Fortschritte darstellen und neue Performance-Indikatoren entwickeln. Der Projektleiter hat keine negative Bemerkung seines Vorgesetzten bekommen. Man weiß noch nicht einmal, ob der die Grafik gesehen hat. Man kann sich also legitimerweise die Frage stellen: Praktiziert dieser Manager Gemba?

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